Der Gleichklang-Polit-Blog

Juli 23, 2011

Norwegen-Massaker: Durchgeknallte Massenmörder und ihre geistigen Brandstifter


In Norwegen ist ein ungeheures Massaker geschehen.  Ein nur noch als wahnsinnig zu bezeichender Mann legte Bomben und erschoss dann unzählige Jugendliche und Kinder. Menschen versteckten sich unter Leichen, andere sprangen ins Meer. Er schoss ihnen noch hinterher.

Der Täter selbst sieht sich als konservativ und christlich. Seine Hobbys sind Ego-Shooter und Jagd (siehe hier). Blinder Nationalismus, Hass auf Ausländer und Verschiedenartigkeit machten ihn blind gegenüber Mitgefühl und Menschlichkeit. Nachzulesen in einem wirren Memorandum gegen Ausländer, gegen den Islam, angeblich für Europa und das Christentum (siehe hier).

Seine Untat ist auch, aber nicht nur die Tat eines Einzelnen. Ein Einzelner knallte durch, aber wer stiftete ihn an? Direkt womöglich niemand, wir wissen es noch nicht. Geistig aber war er weder der Beginn noch steht er allein.

Wer sind die geistigen Brandstifter, die irregeleitete Menschen mit Hass und Menschenverachtung anstecken?

Es sind nicht die Skinheads mit ihren Stiefeln und Boxerjacken. Es ist kein blindwütiger Mob. Die getsigen Brandstifer sind gut gekämmt und sie tragen Nadelstreifenanzug. Es sind die Sarrazine (siehe hier und hier) die durch Fernsehstudios und Bürgerhallen ziehen. Ihre Botschaft ist: Wir sind bedroht. Bedroht durch die Anderen, bedroht durch die Ausländer, bedroht durch Überfremdung. Wenn wir nicht handeln – so sagen sie uns -  schaffen wir uns ab. “Deutschland schafft sich ab”, so tönt Sarrazin. “Norwegen schafft sich ab – Europa schafft sich ab”, ob dies der Killer glaubte, ob er dies verhindern wollte, als er sich entschloss, sein ungeheures Blutbad anzurichten? Alle Informationen deuten darauf hin.

Klar ist, Anders Behring Breivik, der Massenmörder von Norwegen,  wollte handeln. Er handelte wohl allein, aber es war auch ihr Geist, der da handelte, ihr Geist mordete mit.

Was können wir tun?

Den Anfängen wehren – denen Widerstand entgegenzusetzen, die in verklausulierten Worte Hass predigen. Ihnen keine mediale Aufmerksamkeit zu geben, sondern sie zu isolieren.

Ob christlicher Fundamentalist, radikaler Islamist, Faschist, Singer-Euthanasist (siehe hier) oder Sarrazinist – in ihrer Menschenverachtung sind sie alle gleich. Schützen wir uns vor ihnen!

6 Kommentare »

  1. Ihnen ist offensichtlich kein Griff ins Klo zu peinlich, um den Tierrechtsphilosophen Peter Singer zu verunglimpfen und in den Dreck zu ziehen. Da darf natürlich auch die Faschisten-Keule nicht fehlen, um damit Menschen für sich zu gewinnen. Ein absolut unangebrachter und widerlicher Vergleich, vor allem angesichts der Tatsache, dass der Großvater von Singer in Theresienstadt von den Nazis umgebracht worden ist (siehe Singers Buch “Mein Großvater”, erschienen 2005).

    Ich bin kein Fan von Singer und es gibt bestimmt auch einiges, was an seinen Theorien zu kritisieren wäre, aber was sie hier betreiben (siehe auch ihre diversen blogs zum Thema) ist übelste Hetze, wie ich sie selbst auf dem Höhepunkt der Singer-Debatte noch nicht erlebt habe. Was sie offensichtlich nicht begreiffen wollen: Singers Überlegungen beziehen sich darauf, ob ein Leben für eine Person selbst lebenswert ist und nicht darauf, ob es für irgendwelche Menschen von Nutzen ist. Und diese Überlegungen gelten auch nur für solche Menschen, die sich selbst dazu nicht äußern können. Von daher zeugen Ihre Versuche, ihn mit religiösen Fundamentalisten, Rassisten oder gar Faschisten auf eine Stufe zu stellen, nur von grenzenloser Ignoranz bzw. Dummheit.

    Kommentar von Oliver — Juli 24, 2011 @ 4:31 vormittags

    • Ihre Verteidigung Singers ebenso wie ihre Angriffe auf den Beitrag sind wenig überzeugend. Der Vorwurf der “Hetze” ist unbegründet. Denn es werden hier keine grundlosen Vorwürfe, sondern Fakten dargelegt (siehe hier). Sachlage ist, dass Singer in der Tat die Frage stellt, ob das Leben von Menschen mit Behinderungen und Erkrankungen einen Wert hat bzw. ob es weniger Wert ist als das Leben von Menschen ohne Erkrankungen. Dabei geht es ihm keineswegs vorwiegend um die Frage des Leidens, sondern eben gerade darum, ob das Leben eines Behinderten nicht zu viele Ressourcen verbrauche und deshalb der Behindnerte durch einen Gesunden ersetzt werden solle. Er bezieht sich bei seinen Tötungsvorschlägen zunächst primär auf Säuglinge, sagt aber auch, dass es Menschen jeden Alters betreffen könne, wenn diese (angeblich) auf der Stufen eines Säuglinge stehengeblieben seien. Er beantwortet diese Frage eindeutig, nämlich dass das Leben von Behinderten und Erkrankten, auch von Menschen mit gut behandelbaren Erkrankungen, wie Hämophilie, weniger Wert hat und auch als weniger wertvoll zu behandeln ist. Er tritt daher für die Erlaubnis ein, Säuglinge mit den entsprechenden Erkrankungen töten zu dürfen, wobei er u.a. auch auf die Kosten für die Gesellschaft hinweist, die durch diese Menschen verursacht würden. Im übrigen diskutiert Singer auch durchaus positiv die Möglichkeit von medizinischen Versuchen an Menschen. Ebenso wie ein Rassist das Leben eines Menschen aufgrund eines äußeren Merkmales für weniger oder nicht lebenswert hält, tut dies Singer mit Behinderten und Erkrankten. Sie mögen dies als akzeptabel bewerten, das können Sie aber nur dann tun, wenn sie seinen Standpunkt teilen. Die Parallelität der Argumentation von Singer (Ressourcen-Verbrauch durch Behinderte) zur Nazi-Argumentation (Parasiten) ist augenfällig. Die Sachlage, dass die Familie von Singer verfolgt und der Großvater getötet wurde durch die Nazis ändert nichts an der Sachlage, dass Singer für die Tötung behinderter Menschen eintritt. Natürlich ist zu hoffen, dass die Vorstellungen von Singer niemals umgesetzt werden – denn dann hätten wir ein weiteres Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Erschreckend ist aber doch, wie viele Verteidiger eine Position findet, die die Tötung von Menschen zur Ressourceneinsparung propagiert. Im übrigen ist Singer kein Tierrechtler. Er tritt lediglich für eine Hierarchisierung des Lebensrechtes ein, was einigen Tieren mehr Rechte (solange sie gesund sind) und einigen Menschen weniger Rechte zuweist. Seine Tötungs-Philosophie hat der Tierrechtsbewegung mehr Schaden zugefügt als irgendetwas anderes. Wirkliche Tierrechtler treten für die Ausdehnung des Lebensrechtes auf Tiere ein und nicht für die Absprechung des Lebensrechtes für bestimmte Menschen. Umso wichtiger ist es, dass auch in der Öffentlichkeit klargemacht wird, dass die Forderung nach Tierrechten nicht das geringste mit Forderungen nach Menschentötungen zu tun hat. Anhänger der unfreiwilligen Euthanasie behinderter Menschen versuchen die Tierrechtsdiskussion ebenso zu kapern wie Rechtsradikale die Umweltschutzbewegung. Hier gilt es, den Anfängen zu wehren. Singer selbst hält die Diskussion um eine Ausdehnung von Lebensrechten für bestimmte Tiere für untrennbar verbunden mit der durch ihn für notwendig erachteten Diskussion über die Einschränkung des Lebensrechtes bestimmter Menschen. Wer nun diejenigen als Hetzer bezeichnet (oder meint ihnen gegenüber nur noch die Fäkalsprache verwenden zu können), die auf diese Position von Singer hinweisen und sie als das einordnen, was sie ist (nämlich ein Angriff auf das Leben vonMenschen mit Erkrankungen und Behinderungen), der hat sich offenbar bereits so mit diesem System identifiziert, dass er oder sie zu weitere Reflektion nicht mehr in der Lage oder nicht bereit ist. Im übrigen ist es aufällig, dass diejenigen, die die Tötungsvorschläge Singers verteidigen, grundsätzlich betonen, keine Anhänger Singers zu sein und auch immer wieder auf Probleme bei Singer verweisen, die sie dann aber gänzlich unspezifiziert lassen. Es hilft aber nichts, immer nur beim Allgemeinen zu bleiben, denn Peter Singer (im Gegensatz zu seinern Verteidigern) ist in seiner Argumentation hochgradig konkret und sagt ganz genau, für welche Menschen er die Tötungserlaubnis einführen möchte und für welche nicht. Hierauf greifen seine Kritiker zurück und seine Verteidiger sollten ebenfalls beginnen, sich an diesem von Singer selbst gesetzten Maßstab zu messen, anstatt nur laut, aber inhaltlos zu lamentieren, sie seien Opfer von Hetze.

      Kommentar von Gleichklang.de — Juli 24, 2011 @ 9:36 vormittags

  2. Noch einmal: Im Zentrum von Singers Überlegungen steht das Interesse der betroffenen Person und nicht irgendein Nutzen für Andere. Und es geht bei Singer auch nur um solche Menschen, die ihre Wünsche selbst nicht äußern können und wo dies auch Verwandte o.ä. nicht tun können. Von daher ist jeglicher Vergleich mit der Vorgehensweise von religiösen Fundamentalisten, Nazis usw. absolut unangebracht. Und ob man es will oder nicht, wenn man für solche Menschen die Verantwortung trägt, dann trifft man IMMER eine Entscheidung über deren Leben. Man kann ja ein genereller Verfechter des Lebensrechts sein, dass kann aber in der Praxis ein Zum-Leben-verurteilt bedeuten, ein Leben, dass für die Person selbst mit großem Leid und Entbehrungen verbunden ist und bei dem auch für die Zukunft keine Hoffnung auf Besserung zu erwarten ist. Wie würden denn Sie handeln? Würden Sie als strikter Verfechter eines Leben-lassen-um-jeden-Preis diese Menschen weiter leben und damit leiden lassen? Glauben Sie, die Betroffenen wären Ihnen für diese Einstellung auch dankbar? Singer stellt sich diesen Problemen und versucht, Lösungen zu finden, so schwer das auch immer ist. Sie scheinen dazu jegliche Überlegungen zu verweigern, indem Sie sagen, man habe kein Recht, über das Leben von anderen zu bestimmen. Nur hat diese Ansicht auch entsprechende Konsequenzen, und die können gerade ein Verbrechen an der Menschlichkeit bedeuten.

    Kommentar von Oliver — Juli 24, 2011 @ 11:03 vormittags

    • Es ist unrichtig, dass bei Singer der betroffene Menschen im Vordergrund steht. Singer plädiert für die Tötungserlaubnis bezüglich Menschen, die NICHT notwendigerweise leiden. Menschen mit Hämophilie können im Leben sehr glücklich werden. Sie können studieren und Universitätsprofessoren werden. Sie können heiraten und vieles mehr. Singer gesteht dies ein, aber er sagt,man dürfe das Baby mit Hämophilie töten, weil es (angeblich) im Durchschntit unglücklicher sein werde als ein Mensch ohne Hämophilie. Da aber das Baby mit Hämophilie die Ressourcen eines gesunden Kindes verbrauche, sei es besser, den Eltern zu erlauben, das Kind töten und durch ein gesundes Kind ersetzen zu lassen. Es geht eben nicht um das Interesse des betroffenen Menschen. Es geht übrigens auch nicht nur um die Eltern, denn Singer argumentiert weiterhin, dass es für die Gesellschaft zu teuer wäre, diese Kinder in Einrichtungen gut versorgt und liebevoll großzuziehen, wenn sie von ihren Eltern nicht gewollt werden. Indem Sie gegen die ausdrückliche Argumentation Singer behaupten, es gehe diesem um das Interesse des direkt Betroffenen, bauen sie eine Missrepräsentation der Überleugngen von Singer auf, die mit seinen tatsächlichen Forderungen nichts mehr zu tun hat. Wir reden hier NICHT über Sterbehilfe, wir reden hier um die bewusste und gewollte Tötung von Menschen mit Behinderungen oder Erkrankungen, weil diese zu viele Ressourcen verbrauchen würden! Singer Argumentation ist bezüglich des Ressourcenverbrauches mit der Argumentation der Nazis identisch. Nur weil ein Menschen sich nicht (sprachlich) äußern kann, heißt dies nicht, dass wir ihm das Lebensrecht absprechen dürfen. Zudem geht Singer ja noch weiter. Er stellt das Lebensrecht aller Säuglinge in Frage, auch wenn er die Tötungen grundsätzlich speziell auf Behinderte und Erkrankte ausgerichtet haben will. Wir sollten hier keine Scheinargumentation führen. Es geht nicht um unendlich leidende Menschen ohne jede Lebensaussichten, es geht um voll lebens- und glücksfähige Menschen, die Singer zur Ressourcenersparnis töten lassen will. Von Singer selbst stammt das Beispiel der Hämophilie und er selbst schreibt, dass diese Menschen glücklich werden können. Dennoch will er die Tötungserlaubnis. Es handelt sich bei der Lehre Singers um einen fanatischen Sanismus im Sinne eines überwertigen Gesundheitsbegriffes, dessen menschenverachtender Charakter sich eben nicht von Rassismus etc. unterscheidet. Der das ganze Werk Singers durchziehende Grundgedanke ist, dass wir einzelne Menschen oder Menschengruppen opfern sollen dürfen = töten sollen dürfen, wenn diese die Ressourcen der Gemeinschaft (angeblich) verbrauchen. Genau hier liegt die Parallele zum Nationalsozialismus, was nicht heißt, dass alles identisch ist, aber dieser Kernpunkt ist äquivalent und genau um diesen Kernpunkt geht es. Singer stellt sich keinen Problemen, sondern er erfindet scheinbare Probleme, um anderen Menschen das Lebensrecht absprechen zu können. Warum sollte es ein Problem sein, Menschen mit Hämophilie leben zu lassen? Ein Wirklichkeit ist das überhaupt kein Problem. Das Problem ist ausschließlich, dass es Menschen gibt, die darin ein Problem sehen.

      Kommentar von Gleichklang.de — Juli 24, 2011 @ 11:44 vormittags

  3. [...] Hier zum Artikel im Gleichklang-Politik-Blog [...]

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  4. [...] Hier zum Artikel im Gleichklang-Politik-Blog [...]

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