Der Gleichklang-Polit-Blog

Oktober 20, 2011

Tod von Muammar Gadhafi: Dienen Misshandlung und Exekution eines Wehrlosen unseren westlichen Werten?

HINWEIS:

DIESER ARTIKEL WIRD FORTWÄHREND AKTUALISIERT UND ERGÄNZT. ES WIRD DARUM GEBETEN, DEN ARTIKEL WEITER ZU EMPFEHLEN &  ZU VERLINKEN.

,Einen Tag nachdem US-Außenministerin Hillary Clinton die Tötung Gaddafis zum Ziel des libyschen Volkes und der westlichen Staatengemeinschaft erklärte, wurde der gestürzte libysche Machthaber – offenbar bereits verletzt – verhaftet, geschlagen, an den Haaren gezogen, seiner Kleider entrissen  und exekutiert. Mittlerweile zeigen Videos sogar, dass durch NTC-Kämpfer mindestens versucht wurde,  Gaddafi vor seiner Tötung mit einem Objekt (Stock) anal zu vergewaltigen (siehe hier und hier).

Die sexuelle Misshandlung wird nach konsequentem Verschweigen durch unsere westlichen Medien nunmehr erstmals durch die BBC ebenfalls berichtet (siehe hier). Warum demgegenüber alle unsere deutschen Medien, von Spiegel über FAZ, TAZ bis zur Zeit, diese sexuellen Übergriffe gegen Gaddafi verschweigen, bedürfte eines eigenen Artikels. Offenbar als ultimative Demütigung gemeint, soll dieser die Vorstellung von den menschenfreundlichen Freiheitskämpfern ad absurdum führende sadistische Übergriff  derzeit offenbar weitgehend aus der  internationalen Diskussion herausgehalten werden.

Gaddafi: Lebend festgenommen und misshandelt

Gaddafi: Lebend festgenommen und misshandelt

Misshandlung und Tötung von Gaddafi sind für den  US Präsidenten Obama ein geschichtswürdiger Tag, eine Einschätzung, die auch unsere Medien weiträumig teilen. Auf der Flucht erschossen, hieß es sogar noch stundenlang nachdem das Misshandlungsvideo (siehe hier) des lebenden Gaddafis längst im Internet kursierte. Eine rühmliche Ausnahme in unserer medialen Berichterstattung bildet ein Kommentar in der Zeit, der die westliche Menschenrechtsrethorik als reine Propaganda entlarvt (siehe hier), der aber auch in dieser Zeitung ansonsten gänzlich isoliert steht und so nahezu untergeht.

Das grausame, das barbarische Ende Gaddafis, zu dem wir maßgeblich beigetragen haben, sagt uns mehr über den Zustand unserer westlichen Demokratien als wir auf den ersten Blick zu erkennen mögen.Dies gilt umso mehr als das es sich hier nicht um einen isolierten Einzelfall handelt, sondern die libyschen Rebellen (später NTC-Truppen) mit unserem Wissen von Anfang an mit Plünderungen, Verschleppungen, Folterungen, Exekutionen und ethnisch motivierten Säuberungen des Landes von seinen schwarzen Einwohnern und Migranten in Erscheinung traten (siehe Belege hier, hier und hier).

Ergänzt werden muss die Liste gemäß eines neuen Berichtes von Human Righst Watch (siehe hier) durch ein Massaker, bei dem Truppen des libyschen Übergangsrates soeben mehr als 50 angebliche Gaddafi-Unterstützer in einem Hotel exekutiert zu haben scheinen, unter ihnen auch Verletzte, die gerade erst aus dem Krankenhaus entlassen worden waren. Die New York Times berichtet, dass die neuen Machthaber in Libyen diese Kriegsverbrechen nicht aufklären, sondern verdecken (siehe hier). Soeben meldet BBC (siehe hier), dass in Tripoli Schwarze mit gefesselten Händen und verbundenen Augen auf Lastwagen abtransportiert werden. Dass diese Beobachtung den berichtenden Journalisten Jeremy Bowen nicht davon abhält, ein entspanntes Tripoli wie niemals zuvor wahrzunehmen, weist auf eine bemerkenswerte Bagatellisierung von gegen Schwarze gerichteten Verbrechen, aber auch auf Empathie-Defizite dieses Berichterstaaters hin.

Menschenrechte, Rechtstaatlichkeit, Menschlichkeit werden nicht in Parlamentsreden oder bei Preisverleihungen bewiesen, sondern im Umgang mit ihren und dem eigenen Gegner. Die Misshandlung und Exekution des libyschen Machthabers, mit dem der Westen im übrigen jahrelang paktierte, ist nur dann ein Sieg unserer westlichen Werte, wenn sie andere sind als die, die öffentlich beschworen werden. Unter dem reinen Blickwillen der Macht mag die Exekution Gaddafis wohl ein Sieg sein, unter dem Blickwinkel von Menschenrechten und Demokratie ist sie eine bittere Niederlage.

Ist es  ein Zufall oder ein Paradigmenwechsel – so fragen wir uns -  wenn in letzter Zeit gestürzte Despoten, wenn sie aktuell Gegner der USA sind und vorher Verbündete waren, rasch getötet werden bevor sie sich äußern können? Wir fragen uns auch:  Wie ernst ist es uns mit Menschenrechten, Rechtstaatlichkeit und Demokratie, wenn wir die sadistische Misshandlung eines Wehrlosen – und wehrlos war Gaddafi kurz vor seinem Tod – zum positiv geschichtsträchtigen Ereignis erklären? Ist der schlagende, misshandelnde, dabei religiöse Freudenschreie ausstoßénde und letztlich exekutierende Mob das Rollenmodell, nach dem wir streben?

In Misrata ausgestellter Leichnam

In Misrata ausgestellter Leichnam

Nach den Werten einer demokratischen Zivilgesellschaft erwachsen Rechtstaatlichkeit und Menschlichkeit  nicht aus praktizierter Menschenverachtung. Misshandlungen und Exekutionen lassen uns nach dieser Überzeugung nicht aus dem Kreis unmenschlicher Gewalt ausbrechen, sondern sind Teil des Teufelskreis.  Sicher wissen dies auch die Verantwortlichen der westlichen Staatengemeinschaft, auch Hillary Clinton, Nicolas Sarkozy, David Cameron und Barack Obama. Doch sie handeln anders, weil sie längst andere Werte vertreten als wir sie in ihren Predigten von ihnen hören.

Blicken wir durch das Dickicht aus Propaganda und Schönfärberei enthüllt sich eine schmerzhafte Wahrheit: Die Werte des Westens sind die Werte Gaddafis.  Nicht unüberbrückbare Differenzen, sondern das geteilte Streben nach Macht und Sieg um jeden Preis  führen zum Kern  der Auseinandersetzung.

Mit dem Jubel über das grausame Ende Muammar Gaddafis bejubeln wir das Ende unserer Werte von Freiheit und Demokratie und unsere eigene Grausamkeit. Die Misshandlung und Exekution des vorherigen libyschen Machthabers Gaddafi ist insofern mehr als lokaler Barbarismus. Sie markiert den moralischen Verfall unserer westlichen Staatengemeinschaft.

Anmerkung:

Sohn Mutassim lebend in Gefangenschaft

Sohn Mutassim lebend in Gefangenschaft

Die Sachlage, dass Gaddafi seine Gegner wohl hätte ähnlich behandeln lassen und dies auch in der Vergangenheit tat, ist unstrittig. Dies spielt jedoch keine Rolle, wenn wir nicht sein Rechtsverständnis, sondern Rechtstaatlichkeit zugrunde legen. Das Maß ist nicht das Rechtssystem unter Gaddafi in Libyen, sondern Freiheit, Menschenrechte und Demokratie, Werte, von denen uns gesagt wurde, dass sie den Krieg in Libyen begründen. Amnesty Internatiohnal fordert übrigens eine unabhängige Untersuchung der Todesumstände Gaddafis. Dem scheint man nicht gewillt zu sein, nachzugeben, denn offenbar soll der Leichnam – aus nicht nachvollziehbaren Gründen nach Misrata gebracht, wo er  ausgestellt wird (siehe hier)- schnell entsorgt werden. Zwar deutet sich an, dass man nunmehr ein letztes Gefecht konstruieren will, um den Tod besser unbekannt in die Schuhe zu schieben, die Bilder der ausgelassenen Rebellen wie sie den sich bewegenden Gaddafi traktieren und dabei Jubelschreie ausstoßén, sprechen jedoch eine andere Sprache. Vor allem kennzeichnen sich Fehlkonstruktionen durch Widersprüche zu ursprünglichen Informationen. Da jedoch NTC-Kämpfer selbst zuvor berichteten, Gaddafi hingerichtet zu haben (siehe hier BBC), sind Behauptungen erneuter Kampfhandlungen gänzlich unglaubhaft. Derweil lehnt der libysche Übergangrat jedwedige unabhängige forensische Untersuhung Gaddafis ab (siehe hier). Hauptsache, die Leiche verschwindet, heißt es in stiller, nicht widersprechender Kompliziengemeinschaft mit den westlichen Schutzmächten. Oder wird man eine nicht transparente durch die eigenen Leute durchgeführte Autopsie vorlegen? Das Rechtsbewusstsein der neuen libyschen Regierung und unserer westlichen Staatengemeinschaft reduziert sich auf Verdeckung. Rechtsstattlichkeit und Menschenrechte finden ihr Ende, wenn es

Exekutierter Mutassim

Exekutierter Mutassim

um den Gegner geht.

Dies betrifft auch den Tod des Sohnes von Gaddafi, Muttassin, der ebenfalls festgenommen und danach exekutiert wurde. Obwohl die Bilder des festgenommenen Muttasin verfügbar sind (siehe hier) wird bis jetzt in unseren Medien nicht einmal berichtet, dass er durch die NTC-Truppen exekutiert wurde.

Es mag und wird kritisiert werden, solche Bilder zu zeigen oder zu verlinken. Kritikwürdig ist aber nicht das Präsentieren dieser Bilder, sondern kritikwürdig sind die Untaten, die zu ihrer Entstehung führten. Nicht-Präsentation dient der Verdeckung und fördert damit eine künftige Wiederholung.

Eine Kommentatorin dieses Artikels schreibt: “Das hier ist das Ende jeder Menschlichkeit. Ich habe keine Worte mehr”.  Wir auch nicht.

34 Kommentare »

  1. Sehr guter Artikel,im Gegensatz zum Beispiel zu den Leitartikel in der Frankfurter Rundschau,der “Grund zur Freude” sah(so der Titel) und sogar angesichts der Ermordung zu Partys aufrief!Geschrieben von einer gewissen Julia Gerlach,die sich in den Artikel sogar verklausuliert gegen einen Gerichtsprozess gegen Gaddaffi aussprach(da dies den Opfern nicht zuzumuten sei und er seine “berüchtigten Reden” halten könne.Stattdessen sit also Rübe ab angesagt!Der Artikel ist an Zynismus und Menschenverachtung nicht zu überbieten!

    Kommentar von Tom — Oktober 22, 2011 @ 10:45 vormittags

    • Es ist erschütternd, wie auch eigentlich doch links-liberale Medien, wie die Frankfurter Rundschau, längst dort angekommen sind, wo sie noch vor einigen Jahren niemals sein wollten.

      Kommentar von Gleichklang.de — Oktober 22, 2011 @ 8:58 nachmittags

  2. Was wir hier erleben, ist ganz natürlich. Der Natur gemäß ist es nämlich, dass der Homo als Gattung etwa 2 MioJahre alt und seit etwa 15000 Jahren sesshaft ist. Erst mit der Phase der Sesshaftigkeit begann seine soziokulturelle Erziehung. Das sind lediglich 0,75% der Zeit, in der der Mensch evolutionären Veränderungen unterlag, die ihn befähigten, einer feindlichen Umwelt zu trotzen. Und in dieser Zeit (über 99%) entwickelte sich sein Genom, das ihm weder gestattete, Demokratie (was das auch immer sein soll), demokkratische Gerichtsbarkeit, Gendermainstreaming und andere “Errungenschaften” unserer Zivilisation (was das auch immer sein soll) zu entwickeln. Sondern Überlebenskampf in unendlich vielen Varianten. Empathie ist von der Evolution nicht ins Genom des Menschen geschrieben worden! Empathie und Rechtsempfinden sind anerzogene Eigenschaften des Menschen in lediglich 0,75 % der Zeit, die ihm die Weltgeschichte bisher zustand. Die Zeit von 15000 Jahren reicht nicht aus, solche soziokulturellen Eigenschaften genetisch zu fixieren. Sie sind lediglich kulturelle Tünche, die sofort abblättert, wenn es für den Menschen ums Eingemachte geht (um sein Leben oder das seiner Sippe) oder wenn er in Situationen gerät, die ihm gestatten, die als lästig empfundene Tünche abstreifen zu können. Daher ist es ganz natürlich, was wir gegenwärtig in Libyen erleben.

    Kommentar von Maria Ostermann — Oktober 22, 2011 @ 11:44 vormittags

    • Aber auch wenn dem Menschen in nur 0,75% seiner Entwicklungsgeschichte Empathie und Rechtsempfunden anerzogen gewesen sein sollten, bedeutet dies nicht, dass diese nicht umsetzbar wären. Dinge können sich ändern, auch wenn sie lange anders waren. Zudem sagt ein Ist (“Natürlich”) nichts über das Soll aus. Es mag natürlich sein, dass man an diversen Infektionen stirbt, mithilfe der modernen Medizin, ist dies bei einer Reihe von ihnen nicht mehr der Fall. So sollten wir es auch bei sozialen Angelegenheiten handhaben.

      Kommentar von Gleichklang.de — Oktober 22, 2011 @ 11:54 vormittags

    • Die Unmenschlichkeiten, die wir heute erleben sind NICHT naturgegeben!

      Und die Barbarei in Libyen ist ganz bestimmt NICHT “natürlich”!

      Der Mensch ist von seiner Natur her sozial und empathisch. Das beweisen zahlreiche neuere Studien und Untersuchungen der Neurowissenschaften (Spiegelneuronen sind hier ein Stichwort).

      Was wir heute (wieder) erleben, ist im Alten Testament vor über 5.000 Jahren festgeschrieben worden, als ein “Gott” ihm zu Ehren und Ruhme geradezu forderte, die Wohnorte andersgläubiger Menschen zu erobern, die Frauen und Kinder in diesen eroberten Städten und Siedlungen umzubringen, die Männer zu versklaven, das Vieh zu töten und die Felder und Städte zu verwüsten, damit das “auserwählte Volk” Raum zum leben habe! Alle aus diesem Alten Testament hervorgegangenen Religionen und Zivilisationen handeln seit dem nach diesem Muster!

      Diese Unmenschlichkeit ist also von Menschen gemacht, um andere Menschen beherrschen und ausbeuten zu können und hat keinen “evolutionären Hintergrund in der Entwicklung des Gehirns oder der Sozialisierung”!

      Kommentar von Solveigh Calderin — Oktober 22, 2011 @ 6:44 nachmittags

  3. Das ist einfach ein unglaubliches Verbrechen gegen jede Menschlichkeit. Und damit meine ich nicht nur den Tod Gaddafis, sondern alle Kriege der letzten Zeit, insbesondere seit 1990, als das “Gegengewicht” wegfiel. Nun denken die Räuber, die Erde würde ihnen gehören und sie könnten schalten und walten, wie sie wollen – und sie zeigen ihr wahres Gesicht: Es ist die Fratze der vollkommenen Entmenschlichung, von Diktatur, Mord, Vergewaltigung, Folter…

    “Auf der Flucht erschossen” wurde schon öfter…

    Das hier ist das Ende jeder Menschlichkeit.

    Ich habe keine Worte mehr.

    Kommentar von Solveigh Calderin — Oktober 22, 2011 @ 6:24 nachmittags

    • Sie haben vollkommen Recht. Es verschlägt auch uns die Worte.

      Kommentar von Gleichklang.de — Oktober 22, 2011 @ 8:51 nachmittags

  4. 1.Es ist grausam,inhuman.Aber das ist Krieg!Schauen sie sich Bilder d. world-warII an.2.westliche Werte?welche?”Werte” wie Bobbing,Bestechung v. Beamten,burn-out,Kinderpornos,Zwangsprostitution,wirtschaftskrise…3.natuerlich ist der Mensch trotz Studien nicht sozial u.gut.Gott wieder als den Schuldigen aus der “Schublade” zu holen ,ist nicht redlich argumentiert.Jeder Mensch hat einen freien Willen!Wuerde der Mensch nur ansatzweise die 10 Gebote beachten(ehebrechen,stehlen morden ,eltern achten,luegen etc.)gaebe es mehr gleichklang.

    Kommentar von Dr.ulrich Luft — Oktober 22, 2011 @ 10:35 nachmittags

    • Richtig, Krieg ist immer inhuman, das ist unstrittig. Allerdings ist es dennoch (trotz aller Greul) nciht immer so, dass der bereits festgenommene und wehrlose Gegner, begeistert mit Handy aufgenommen, gequält, gefoltert, offenbar auch sexuell gedemütigt und schließlich getötet wird. Das ist schon ein besonders unmenschliches und abscheuliches Verhalten. Die Rolle der Religion ist wohlim Einzelfall nicht leicht zu bewerten. Aber wir sollten auch nicht ganz übersehen, dass dies alles unter Gott ist groß Rufen geschah.

      Kommentar von Gleichklang.de — Oktober 23, 2011 @ 8:09 vormittags

  5. Nachdem Gaddafi liquidiert wurde, können die Tunesier nun endlich aufatmen. Die Regierung Tunesiens wird auf diesem Wege eine weitere Gefahr für die Demokratisierung des Landes los. Heute ist übrigens Wahltag: http://wp.me/pNjq9-3jj!

    Kommentar von 2010sdafrika — Oktober 23, 2011 @ 10:56 vormittags

    • Es ist ein Irrtum, dass durch die Verbreitung von Folter, sexueller Gewalt, Lynch-Mord und anderer Unmenschlichkeit die Sicherheit irgendwelcher Menschen oder Länder erhöht wird.

      Kommentar von Gleichklang.de — Oktober 23, 2011 @ 11:03 vormittags

      • Den Spruch habe ich nun schon an mindestens fünf Stellen gesehen. Ich würde ihn als Spam bezeichnen.

        Kommentar von Solveigh Calderin — Oktober 23, 2011 @ 11:58 vormittags

  6. [...] tod-von-moammar-gadhafi-dienen-die-misshandlung-und-exektution-eines-wehrlosen-unseren-westlichen-we… [...]

    Pingback von KOPP Nachrichten zum EU-Gipfel und Libyen | S I R I U S N E T W O R K — Oktober 25, 2011 @ 10:19 vormittags

  7. Die einleitende Frage lässt sich ganz leicht beantworten:
    NEIN! Was mit Gaddafi veranstaltet wurde und wird, pervertiert die sogenannten “westlichen Werte” bis aufs Äußerte. Es ist Verrohung, Verhöhnung und Verzerrung all dessen, wofür der Mensch jahrhunderte lang gekämpft hat. Herzlichen Dank, wir haben uns einmal mehr glorreich ins Knie geschossen.

    Ich hab mich zwar in meinem Blog schon geäußert (http://mundusvultdescribi.wordpress.com/2011/10/24/wurdelose-zeiten-der-mythos-von-der-wurde-des-menschen-zerschellt-an-gaddafis-leichnam/), aber ich kann mich gar nicht sattekeln. Unfassbar.

    Kommentar von Der erhabene Armleuchter — Oktober 25, 2011 @ 4:01 nachmittags

    • Wir stimmen Ihnen voll zu. Es ist unfassbar, was hier geschehen ist.

      Kommentar von Gleichklang.de — Oktober 25, 2011 @ 8:39 nachmittags

  8. Die Perversion hat wiedereinmal einen traurigen Höhepunkt erreicht.
    Im Moment seiner Festnahme, hätte er gemäß der Genfer-Konvention als Kriegsgefangenen behandelt werden müssen,
    und später vor ein internationales Gericht gestellt werden.
    Wenn diese Tat exemplarisch für Lybiens ersten Schritt in die vom Westen erhoffte Demokratie werden sollte,
    haben einige mit Ihrem Verhalten bewiesen, dass sie nicht mal das Gehen beherrschen.
    In was für einer traurigen und heuchlerischen Welt wir doch leben…
    Das ist tiefstes Mittelalter – Nichteinmal Tiere gehen so mit Ihren Opfern um!!!

    Kommentar von Tacitus — Oktober 25, 2011 @ 9:36 nachmittags

    • Leider haben sie völlig recht. Es gibt wenige Möglichkeit, dieses barbarische Geschehen an Grausamkeit zu überbieten.

      Kommentar von Gleichklang.de — Oktober 25, 2011 @ 10:01 nachmittags

  9. Es ist nicht sehr erstaunlich, dass die dort beteiligte westliche Allianz diese unmenschlichen Verbrechen nicht gerne ins Licht gerückt sieht. Hat diese doch quasi angefangen, Mitglieder des Gaddafi-Clan zu ermorden. Kann sich noch jemand an die “Vorfälle” Anfang Mai erinnern, bei denen ein Sohn und 3 Enkel (der älteste 2 Jahre!) Gaddafis durch NATO-Bomben mitten in Tripolis getätet wurden?
    Wo sind wir blos hingekommen!?

    Kommentar von Rumple — Oktober 27, 2011 @ 1:47 vormittags

    • @”Wo sind wir blos hingekommen!?”

      In die schlimmste Barbarei und Tyrannei!

      Die Herrschenden haben die Maske fallen lassen und zeigen nun ihr wahres, barbarisches, menschenverachtendes Gesicht. Ihnen ist nichts heilig! Sie sind die wahren Terroristen. Das wird jetzt deutlich. Sie bemerken, dass sie untergehen und wollen die Menschen nun durch Angst, Gewalt, Mord, Tyrannei und Barbarei beherrschen. Sie haben sonst keine Herrschaftmittel mehr, da ihre Lügen nicht mehr geglaubt werden!

      Herrschen durch Angst und Barbarei ist auch möglich, indem ich sie zeige, es entsteht der Gedanke im Kopf (und das ist beabsichtigt): Das könnte mir auch passieren, wenn ich mich auflehne (und es passiert bei den Demonstrationen weltweit!). So sollen Proteste und Aufstände bereits unmöglich gemacht werden, bevor sie entstehen. Es klappt nur nicht!

      Kommentar von Solveigh Calderin — Oktober 27, 2011 @ 8:30 vormittags

      • Wobei sie sich aber ja doch noch maskieren hinter Begriffen, wie Menschenrechte, die sie gleichzeitig nutzen, um die Menschenrechte weltweit außer Kraft zu setzen. Es gibt eine Vielzahl von Menschen, die ernsthaft glauben, es sei bei dem Krieg in Libyen um Menschenrechte gegangen.

        Kommentar von Gleichklang.de — November 6, 2011 @ 9:03 nachmittags

    • Wo wir hingekommen sind, sieht man leider auch daran, dass die Forderung nach Tötung des Gegners und die Legitimierung der Tötung auch seiner Familie mittlerweile weithin als völlig normal empfunden wird.

      Kommentar von Gleichklang.de — November 6, 2011 @ 9:02 nachmittags

  10. 40 Jahre war Gadhafi Herrscher im Land und wurde verehrt, man muss sich doch zu Recht fragen was die Bevölkerung WIRKLICH umgestimmt hat. Das einige Länder interesse an Lybien haben aufgrund seiner Bodenschätze ist allgemein bekannt, hier liegt meiner Meinung nach auch der Grund für den Aufstand. Das Volk wurde aufgehetzt mit den Worten der Demokratie und Freiheit. Bedenkt man das Gadhafi überall auf der Welt hofiert und eingeladen wurde hinsichtlich der Möglichkeiten für jedes einzelne Land und er nicht das gehalten hat was erwartet wurde, ist doch klar das dieses szenario irgendwann eintreten mußte. Gadhafi hat seine Gegner unterschätzt.Man kann nicht nur Gadhafi die Schuld an den Morden im eigenen Land geben, beteiligt hat sich die ganze Welt angefangen mit Waffenlieferungen an Gruppierungen die nichts mit Lybien zu tun haben und dennoch die Bevölkerung aufhetzten.Dieser Flächenbrand wird sich fortsetzen in den arabischen Staaten aufgrund der Reccourcen die hier in Massen vorhanden sind und verteilt sein wollen.
    Als Einzelner kann man nur staunend zusehen zu was die Menschen fähig sind, das macht mich traurig.

    Kommentar von doto — November 3, 2011 @ 10:24 vormittags

    • Wobei Gaddafi natürlich eben auch deshalb verehrt wurde, weil dies Vorschrift war und andere Meinungen diesbezüglich unzulässig waren. Davon unabhängig ist die westliche Menschenrechtsrethorik einfach nur verlogen, zumal sie jetzt ganz schweigt, wo sich systematische Menschenrechtsverletzungen an tatäschlichen oder angeblichen Gaddafi Unterstützern fortsetzen: z.B. hier, hier und hier.

      Kommentar von Gleichklang.de — November 6, 2011 @ 9:10 nachmittags

  11. Was soll das von ANFANG AN WAR DAS ZU ERKENNEN DAS DIE MRIONETTEN UND GEGNER DER “FREIEN WELT” AUSGETAUSCHT WERDEN SOLLTEN. GLEICH NACH DEM FACEBOOK GEBRÜLLE VON FREIHEIT KAM DIE MENSCHENRECHTS FORDERUNG ZUM AUFHÄNGEN. SEIT DEN al-Arab UMGEBRACHT WURDE HAB ICH AUFGENOMMEN WAS DAT ZEUG HÄLT BIS ZUM FALL TRIPOLIS. DIE UNTERSTÜTZUNG AM VÖLKERMORD VON NGOs WIR HRW, RC, UNHCR WAHREN OFFEN ZU ERKENNEN. MISRATA 50000 EVAKUIERT NACH TRIPOLIS ALLES ZUGESCHWEIßT. BEWEI?PHOTOS MIT WERBETRÄGER TOYSERUS ALS BEWEIß FÜR MORDE GADDAFIS. SCHULEN DIE IN AUFGESPRÄNGTEN RÄUMLICHKEITEN DIE MIT SPENDENGELD VORBEREITET WURDEN SPIELEN SCHULE. ANTONIS RADOS STAND NEBEN FLUGABWEHR IN TAGESTHEMEN UND ERZÄHLT ETWAS VON FRIEDLICHEN DEMONSTRATIONEN, DIE GEHEIMDIENSTE GEBEN OFFEN ZU DOR URLAUB GEMACHT ZU HABEN. DIESE LIBYER LACHEN ÜBER IHRE GEGNER UND SPRECHEN ABWERTIG ÜBER AMULETTE DIE TIEF IN DER KULTUR VERANKERT IST. DER SCHWARZKOPF GEHT AN EXECUTIERTEN MIT KABELBINDER FESELLTEN LEICHEN VORBEI MIT NICH NUR GENICKSCHÜSSEN, DIE MITARBEITER IM KRANKENHAUS IN TRIPOLIES WURDEN IN DEN ERSTEN SZENEN DIE HIER GESENDET WURDEN GEFUNDEN IN EINEM LEICHENBERG DEN GADDAFI GEMACHT HABEN SOLL UND DAS ROTE KREUZ ERSETZE DIE BEFÖRDERTEN KOLLEGEN ALL ZU WILLIG. JEDER KONNTE SIE ERKENNEN. IN EINER ANDEREN SZENE BRECHEN REBELEN IN EINEM TREPPENAUFGANG TÜREN AUF UND GEHEN IN EINE GEPLÜNDERTE WOHNUNG WENN MAN IN DAS SCHLAFZIMMER LINSTE SAH MAN EINE GSCHÄNDETE FRAU SELBSTVERSTÄNDLICH TOT MIT KIND SELBSTVERSTÄNDLICH AUCH TOT SO WIE ES DIE HEIMATVERTRIEBEN SUDETENDEUTSCHEN ES AM LIEBSTEN HABEN DA SIE JA VOR DEM SEEHOFER AND DEN ZUSCHAUERN IN PFÖHNIX IHRE VOLLE UNTERSTÜTZUNG FÜR SOLCHE HANDLUNGEN GABEN AUCH NOCHEINMAL NACHTRÄGLICH FÜR DIE SERBEN. IN EURONEWS KONNTE MAN EINE HAUSSÄUBERUNG SEHEN IN DER DANN TOTE SCHWER UNBEWAFFNET FÖLLIG DURCHSIEBT IN EIN AUTO GELEGT WURDEN UM DANN SO WIE IN BOSNIEN ALS OPFER DER BÖSEN DARGESTELLT ZU WERDEN. DIE DNA IST ABER EINE ANDERE UND DESWEGEN IS MIR DIESES RASSISMUSGELAVER ENDGÜLTIG EGAL. HÄTTEN WIR NE RASSENLEHRE WÄR NICHT EINER REINFALLEN WOLLEN (ich meine wertigkeiten der unterarten). DIE LIBYER SEHEN TOTAL ANDERS AUS! ALS DAS WAS DA PLATZIERT WURDE. http://www.voltairenet.org/+-Libye-+?lang=de http://www.mathaba.net/news/?x=629259 http://allainjules.com/ http://www.diario-octubre.com/2011/11/03/periodista-britanica-lizzie-phelan-cuenta-su-experiencia-en-libia/ http://za-kaddafi.ru/news http://www.algeria-isp.com/

    Kommentar von GrameenXJamahiriya — November 6, 2011 @ 8:12 nachmittags

    • Ire Darstellung der Brutalitäten, Ungerechtigkeiten und der gänzlichen Einseitigkeit der westlichen Optik ist sicher richtig, aber dennoch sollten Sie nicht vergessen, dass die Menschenrechtsverletzungen und Ungerechtigkeiten tatsächlich auf allen Seiten stattgefunden haben.

      Kommentar von Gleichklang.de — November 6, 2011 @ 9:14 nachmittags

  12. Mehr als bedenklich ist das Mitleidsgeheische im Namen über 40 Jahre übelst mißachteter Menschenrechte aus einem Land mit eigener grausamster Diktaturerfahrung. Die zu oft bemühte arrogant-besserwisserische europäische Oberlehrerhaftigkeit vom warmen, sicheren Sofa aus sollten gerade wir uns verkneifen. Reformen verändern die Methode, Revolutionen verändern das System. Ein Blick an die EU-Außengrenzen – Stichworte Italien und Bootsflüchtlinge – ergäbe wahrhaft berichtenswertes in puncto Menschenrechtsverletzungen, unter die i.w.S. auch Alltagsrassismus und Diskriminierung hierzulande fallen.

    Kommentar von Qwertz — November 7, 2011 @ 1:57 vormittags

    • Wir sollten nicht vergessen, dass dieser Krieg und seine Folgen ohne unsere westliche und auch europäische Intervention gar nicht denkbar gewesen wäre. Es sind vorwiegend unsere Interessen gewesen, die zu diesem Krieg und seinem Verlauf geführt haben. Der Kritik an dem dadurch erzeugten extremen Leid (mehr als 100000 Flüchtlinge, nach NTC Angaben in einem Land mit 3 Millionen Einwohnern ca. 60000 Tote, dem Boden gleichgemachte Städte mit systematischen ethnischen Vertreibungen, unrechtmäßiger Inhaftierung Tausender, Folter und Exekutionen) ist ja eine Kritik an uns selbst, die wir dieses maßgeblich verursacht haben. Im übrigen sollten wir gerade aufgrund unserer Vergangenheit nicht in einen Duktus zurückfallen, schwerste Gewalt gegen Menschen unter Verweis auf eine Revolution zu rechtfertigen. Dies führt rasch zur Unmenschlichkeit. Von Oberlehrhaftigkeit kann also keine Rede sein. Sie haben vollkommen Recht, auf das Thema der Bootsflüchtlinge zu verweisen, die wir im Westen offenbar wissentlich sich selbst und damit dem Tod überlassen haben. Auch dies steht im Zusammenhang zu diesem Krieg, wodurch die Anzahl der direkt bedrohten Flüchtlinge zunächst weiter erhöht wurde und sich die NATO dennoch nicht um die Flüchtlinge, sondern nur um das Bomben kümmern wollte. Wir haben im übrigen nun in Libyen ein neues Regime installiert, welches sich nicht das Geringste um die Flüchtlinge bemüht, im Gegenteil müssen diese mit Inhaftierung, Folter und im schlimmsten Fall Lynchen rechnen, wenn sie schwarz sind und aufgegriffen werden. Auch hier ist also keine Verbesserung gegenüber dem Gaddafi Regime zu verzeichnen, dessen Menschenrechtsverletzungen den Westen nie sonderlich gestört haben.

      Kommentar von Gleichklang.de — November 7, 2011 @ 9:10 vormittags

      • Anmerkung zu den Bootsflüchtlingen:

        Diese werden nicht nur “wissentlich sich selbst überlassen”. Diese Sichtweise ist zu passiv. Nein, sie werden vielmehr vorsätzlich ganz aktiv mit Waffengewalt als auch physischer von den europäischen Grenztruppen auf das offene Meer zurückgetrieben, bzw. sollten sie es bis in Küstennähe schaffen, schlimmer als Tiere (denn da würden sich Tierschutzverbände echauffieren) am Strand zusammengetrieben und dann in eine Art Käfighaltung verbracht, die ungute Erinnerungen wecken. Man darf davon ausgehen, daß in diesen Lagern Gewalt als auch Vergewaltigungen bzw. Mißbrauch an Rechtlosen nicht unbekannt sind. Nach der einem Martyrium gleichen Odyssee werden sie dann vom menschenfreundlichen Europa deportiert und zwar ohne Rücksicht auf Herkunft (Krisengebiete, Verfolgung Andersdenkender!) und Zukunft (weil mittellos zwar in Afrika aber noch lange nicht im Heimatland).

        Es ist diese bigotte Bequemlichkeit auf unserer Seite, die ich anprangere.

        Kommentar von Qwertz — November 7, 2011 @ 12:07 nachmittags

      • Der Umgang mit den Flüchtlingen ist sicher unmenschlich und es ist völlig richtig, dies anzuprangen.

        Kommentar von Gleichklang.de — November 10, 2011 @ 12:24 nachmittags

  13. sehr schön wie der gadaffe gezeigt wird….herrliche videos….er hat es verdient, wie auch die sippschaft des verbrechers

    Kommentar von willy 1972 — November 19, 2011 @ 4:14 nachmittags

    • Ihr Kommentar zeigt vor allem ein hohes Maß an Menschenverachtung. Jemand, der für Folter und Lynchmord eintritt, dem geht es niemals um irgendwelche Menschenrechte. Die sind dann höchstens Mittel zum Zweck, um aus geheuchelter Empörung über Verbrecher sich des eigenen Sadismus zu erfreuen.

      Kommentar von Gleichklang.de — November 20, 2011 @ 12:08 vormittags

    • Sie sind in hohem Maße desinformiert. Es lohnt sich immer, mehrere verschiedene Seiten zu hören, bevor Sie sich eine Meinung über ein Ereignis bilden. Dieses Interview gibt eine etwas andere Sicht auf Gadaffi, Libyen und was sonst gerade im arabischen Raum geschieht: http://www.youtube.com/watch?v=0Nxybzl5J7w

      Ihre Wortwahl zeigt eine Menschenverachtung, vor der mir graut.

      Kommentar von Solveigh Calderin — November 20, 2011 @ 8:51 vormittags

  14. Natürlich ist kein normal denkender/fühlender Mensch für Mord und Totschlag. Auch Rache und Mißgunst sollten möglichst außen vor gelassen werden.
    Aber, wir sind hier bei Gleichklang, daher sei eine Frage erlaubt: Was hat die Liebe mit einer Revolution gemeinsam?
    Der Ausgang ist bei beidem oftmals völlig ungewiss, es gibt keine Ratio …

    Kommentar von Frank M. ... — November 21, 2011 @ 5:10 nachmittags

    • Wobei das Ausschalten der Ratio möglicherweise auch einen Teil der Probleme in beiden Ausgngen verursacht.

      Kommentar von Gleichklang.de — November 22, 2011 @ 9:01 vormittags


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Theme: Customized Silver is the New Black. Bloggen Sie auf WordPress.com.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 412 other followers